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 SANTORINI  -  Havarie
SANTORINI - Havarie
EinsenderHans W.TiedemannMehr Bilder von Hans W.Tiedemann    Letzter Eintrag28.02.2020 14:47    
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Der Havarist " SANTORINI"  -  IMO n°  9181493 " - der im Sturm in der Nordsee das Ruderblatt verloren hatte,ist heute Morgen in den Kaiserhafen geschleppt worden nach Dock V, um dort trockengestellt zu werden/Bild: Kaiserschleuse/ Bremerhaven 28.02.2020

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 Ant.: SANTORINI - Havarie

Geschrieben am: 28.02.2020 14:45  Aktualisiert: 28.02.2020 14:45

willi

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Type of ship:General Cargo Ship |Ship manager: (11)LYDIA MAR SHIPPING CO SA 25, Poseidonos Avenue, Moschato, 183 44 Piraeus, Greece (MULTON NAVIGATION INC.) |ISM: (16) ONEXES MARITIME SERVICES Sorbyplan 14, SE-163 71 Spanga,Sweden|Flag:Barbados|Callsign:8PAK6|MMSI:314422000|GT:15349|DWT:24175|Length oa:158.5 m|Beam:25.8 m|Summer Freeboard : 3848 mm|Summer Draught :9.498 m |Main Engine:Kawasaki, 6 Cyl. MAN-B&W ( 6L42MC )/7.320 HP/ 13.4 kn.|Lifting Device: 3 Crane SWL 30 to|Year of build:1998 | Builder/ Place: Kanda Zosensho/ Kawajiri (JPN)|Yard No:389|(Ex)-Name's:BRIGHT SKY-11 TALA-01.10.2016 "SANTORINI"

 Ant.: SANTORINI - Havarie

Geschrieben am: 28.02.2020 14:52  Aktualisiert: 28.02.2020 14:52

willi

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Sturm auf der Nordsee
(26.02.20) Am frühen Morgen des 25.2. meldete der unter Barbados-Flagge laufende Bulkcarrier 'Santorini', 15349 BRZ (IMO: 9181493), im Nordseesturm einen Ruderausfall und trieb manövrierunfähig rund 64 Seemeilen westnordwestlich von Helgoland bei bis zu neun Beaufort Wind und sechs bis sieben Meter hohen Wellen. Bei einer Lageerkundung wurde festgestellt, dass dem unbeladenen Frachter das Ruderblatt fehlte. Um 8.15 Uhr übernahm das Havariekommando die Koordination des Rettungseinsatzes.
Der Notschlepper 'Nordic' wurde von seiner Sturmposition zum Havaristen beordert. Er sollte eine Notschleppverbindung herstellen. Zur Unterstützung wurde ein Towing Assistance Team (TAT)von einem Hubschrauber an Bord abgesetzt. Auch ein On Scene Coordinator (OSC) des Havariekommandos war zu einer Lageerkundung mit an Bord des Hubschraubers. Dem Towing Assistance Team (TAT) gelang es mit Unterstützung der Crew des Frachters, gegen 14 Uhr eine Schlepptrosse auf die 'Nordic' zu übergeben.
Damit ließ sich dieser vorerst auf Position halten. Die Reederei beauftragte unterdessen zwei Schlepper, die 'Santorini' nach Bremerhaven einzuschleppen.
Darüber hinaus wurden im Tagesverlauf drei Einsatzkräfte der Feuerwehr Cuxhaven, darunter ein Notarzt, ein Einsatzleiter Feuerwehr und ein Notfallsanitäter von einem Hubschrauber der Bundespolizei auf dem Frachter abgesetzt. Sie sollten einerseits die präventive medizinische Versorgung auf dem heftig rollenden Schiff sicherstellen. Außerdem war eines der 23 Crewmitglieder leicht verletzt und wurde von den Einsatz-kräften ambulant versorgt und betreut. Am Abend war im Einsatzgebiet eine Wetterberuhigung festzustellen, die Wellenhöhe betrug noch etwa vier Meter.
Am 26.2. zwischen 2:20 Uhr und 3:00 Uhr konnte die Schleppverbindung vom Notschlepper 'Nordic' auf den herbeigerufenen, deutschen Bergungsschlepper 'Bugsier 30' übergeben werden. Der Wechsel dauerte nur 40 Minuten. Danach machte sich der Schleppverband, weiter eskortiert vom Notschlepper, mit fünf Knoten Fahrt in südöstliche Richtung auf den Weg zur Wesermündung. Dort sollte er voraussichtlich gegen 21 Uhr ankommen.
Das Towing Assistance Team überprüfte regelmäßig die Stabilität der Schleppverbindung. Die drei Einsatzkräfte der Feuerwehr Cuxhaven wurden bereits am Nachmittag des 25.2. von einem Bundespolizeihubschrauber wieder von Bord des Havaristen aufgewinscht, da keine weitere medizinische Versorgung mehr notwendig war.
Durch das professionelle Handeln aller Beteiligten konnte verhindert werden, dass der manövrierunfähige Frachter in das Offshore-Windpark-Cluster 8 mit den Windparks Global Tech I, Albatros und Hohe See trieb. Die dort vorsorglich vorbereiteten Evakuierungen waren nicht notwendig dank der frühzeitigen Übernahme der Gesamteinsatzleitung durch das Havariekommando und den Einsatz eines landgestützten TATs.
--> 27.02.20 Am 26.2. gegen 11 Uhr verließ das Towing Assistance Team den angeschlagenen Frachter 'Santorini', als er sich am Haken der 'Bugsier 30' und stieg auf den eskortierenden Notschlepper 'Nordic' über, als sich der Konvoi von der Nordsee her der Wesermündung annäherte. Gegen 19:45 Uhr erreichte der Schleppverband das Seegebiet etwa zehn Seemeilen westlich vom Leuchtturm Alte Weser, wo zusätzlich die Schlepper 'Bugsier 5' (IMO:9376206) und 'Carl' (IMO: 9112739) herbeikamen.
Nachdem die 'Bugsier 5' ebenfalls am Havaristen als Heckschlepper fest war, wurde die 'Nordic' aus dem Einsatz entlassen und warf um 21.30 Uhr wieder auf ihrer Seeposition vor Helgoland Anker. Begleitet von der 'Carl' lief der Konvoi während der Abendstunden dann die Weser weiter hinauf, und um 20.15 Uhr beendete das Havariekommando die Gesamteinsatzleitung. Am 27.2. gegen 00.30 Uhr machte die 'Santorini' schließlich an der Columbuskaje in Bremerhaven fest.
Sie soll nun auf der Bredowerft repariert werden. Damit endeten für das Havariekommando einsatzreiche Tage, denn am 2.5.2. gab es noch die Einsatzlage an der 'Merita', und fast hätte es auch die Einsatzleitung an der 'Rix Lagoon' im Fehmarnbelt übernehmen müssen, die am 27.2. den Zielhafen Kaliningrad erreichte. Unter den schwierigen Wetterverhältnissen wurden die Bedingungen für die Einsatzkräfte als zeitweise grenzwertig bezeichnet, wobei es sich ausgezahlt habe, derartige Szenarien regelmäßig sehr intensiv zu trainieren, sodass man gut vorbereitet sei.
Die 'Santorini' wurde am 11.3.2018 von libyschen Streitkräften mit einer 21-köpfigen Crew aus der Türkei und Syrien drei Tage nach dem Auslaufen aus Alexandria vor Susah aufgebracht wegen illegalen Eindringens in lybische Hoheitsgewässer vor Derna. Sie stoppten den Frachter mit Warnschüssen, und dann wurde ein Boardingteam abgesetzt. Danach verholte er auf die Reede von Ras Al Hilal, östlich von Susah. Das Schiff ist 158,5 Meter lang, 25,8 Meter breit, hat 9,42 Meter Tiefgang und eine Tragfähigkeit von 24.175 Tonnen. Es läuft für die Lydia Mar Shipping Co. S.A. in Athen und wurde 1998 bei der Kanda Shupbuilding Co. Ltd. in Kawajiri als 'Bright Sky' erbaut.
Quelle & Text :Tim Schwabedissen


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