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SPLITTNES - MOL EFFICIENCY
SPLITTNES - MOL EFFICIENCYbeliebt
EinsenderHans W.TiedemannMehr Bilder von Hans W.Tiedemann    Letzter Eintrag04.12.2011 15:03    
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Bremerhaven ,November 2011|im Dock bei der Loyd Werft in Bremerhaven.Weitere Info:  
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 Ant.: MOL EFFIENCY Dock November 2011 282.jpg

Geschrieben am: 04.12.2011 14:29  Aktualisiert: 04.12.2011 14:30

Tim

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Lage auf der "Splittnes" unter Kontrolle - auch "Mol Efficiency" bei Nebelkollision auf der Weser schwer beschädigt
(24.11.11) Am Tag nach der Kollision des Containerfrachters "MOL Efficiency", 63160 tdw (IMO-Nr.: 9251365), mit dem Bulkcarrier "Splittnes", 18964 tdw (IMO-Nr.: 9101730), auf der Weser begann größere Klarheit in die Umstände der Havarie zu kommen. Der Containerfrachter wollte an der Stromkaje anlegen, musste aber erst ein entgegenkommendes Schiff durchlassen. Als er seine Geschwindigkeit dazu reduzierte, krachte die mit einer Ladung Kies aus Jelsa von achtern aufkommende "Splittnes" mit ihrer Steuerbordseite ins Heck des Containerfrachters.
Die Sichtweite auf der Weser hatte gegen 20.20 Uhr nur etwa 180 Meter betragen. Deshalb wurden die Lotsen auf den Schiffen zusätzlich von Kollegen an Land beraten, dennoch konnten sie die Kollision nicht verhindern. Warum die beiden Schiffe bei Sichtweiten um 180 Metern kollidierten, blieb aber Gegenstand der Untersuchungen. Mögliche Ursache könnte ein Kommunikationsproblem zwischen den beteiligten Schiffen gewesen sein.
Wie sich inzwischen herausstellte, wurde auch die Ruderanlage der "MOL Efficiency" bei dem Zusammenstoß schwer beschädigt, im Heck klaffte ein großes Loch, glücklicherweise oberhalb der Wasserlinie. Schlimmer erging es der "Splittnes", denn ihr Rumpf riss mittschiffs unterhalb der Wasserlinie auf einer Länge von 15 Metern auf. Das Wasser schoss in den Laderaum, woraufhin die "Splittnes" schnell 20 Grad Schlagseite entwickelte. Darum entschieden Kapitän und Lotse, neun der 18 Mann Besatzung an Bord in ein Rettungsboot steigen zu lassen.
Ein Filipino fiel dabei in die sechs Grad kalte Weser, konnte aber sofort von seinen Kollegen ins Boot gezogen werden. Die Verkehrszentrale "Weser Traffic" alarmierte sofort die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Aus dem Geestevorhafen lief der Rettungskreuzer "Hermann Rudolf Meyer aus. Die Seenotzentrale in Bremen übernahm die Einsatzleitung, dirigierte mehrere Schlepper, ein Polizeiboot und andere Schiffe im Nebel. Eine Rettungsinsel trieb auf der Weser. Nur mit Schlaf- oder Jogginganzügen bekleidet saßen die Schiffbrüchigen im Rettungsboot, als die "Christian", das Tochterboot des Seenotkreuzers, es auf den Haken nahm und in den Bremerhavener Schlepperhafen zog. Dort warteten schon Krankenwagen auf die Schiffbrüchigen, die Feuerwehr brachte alle Männer ins Seemannsheim.
Eine halbe Stunde nach der Kollision lag die 294 Meter lange "MOL Efficiency" an der Stromkaje fest. Die "Splittnes" wurde von den Schleppern "RT Pioneer", "Montali" und "Blexen" zur Columbuskaje gezogen und machte an deren Südende um kurz nach 21 Uhr fest. Die Retter kämpften die ganze Nacht damit, den durch mehrere Risse verursachten schweren Wassereinbruch zu stoppen. Auch die Ballasttanks des Frachters wurden bei der Kollision beschädigt, Dieselöl lief aus. Die bordeigenen Pumpen schienen zunächst zu schwach zu sein, gegen das eindringende Wasser anzukommen.
An der Columbuskaje brachte die Feuerwehr deshalb große Pumpen in Stellung, auch das herbeigerufene Mehrzweckschiff "Mellum" war bereit, die Bergung mit ihren Pumpen zu unterstützen. Zwei Schlepper waren längsseits der "Splittnes" gegangen, das Schiff zu stabilisieren. Das Havariekommando übernahm kurz nach Mitternacht des 23.11. die Einsatzleitung. Erst im Laufe des Vormittags erreichten die Berger, dass das Wasser im Schiff nicht mehr stieg. Durch das Lenzen sollten die schweren Schäden an Steuerbordseite höher aus dem Wasser gebracht werden.
Tauchern der Feuerwehr gelang es derweil, Lecks abzudichten, damit die "Splittnes" wieder stabiler im Wasser lag. Nachdem die Situation am Vormittag unter Kontrolle gebracht war, gab das Havariekommando um 12.45 Uhr die Leitung wieder ab. Die "Splittnes" liegt weiter mit leichter Schlagseite an der Columbuskaje und wird dort auch bis zum Wochenende bleiben. Erst wenn rund ein Drittel der 17 500 Tonnen Splitt gelöscht sind, kann die "Splittnes" sicher in den Hafen geschleppt werden. Vermutlich wird sie beim Rickmers Lloyd Dockbetrieb repariert. Da auch auf der "Mol Efficiency" Heck wie Ruderanlage schwerer als zunächst angenommen in Mitleidenschaft gezogen wurden, muss auch sie nach Löschen der Ladung in eine Werft gehen.

 Ant.: MOL EFFIENCY Dock November 2011 282.jpg

Geschrieben am: 04.12.2011 14:31  Aktualisiert: 04.12.2011 14:31

Tim

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Splittnes lief in wartende "Mol Efficiency" hinein - Reparatur bei Lloyd Werft
(25.11.11) Der Bulkcarrier "Splittnes" soll voraussichtlich am 29.11. zur Reparatur zur Bremerhavener Rickmers-Lloyd-Werft geschleppt werden. Voraussetzung dafür ist, dass alle zuvor noch notwendigen Arbeiten nach Plan erledigt werden können. Ein Taucher hatte bis zum frühen Nachmittag des 24.11. den Rumpf unterhalb der Wasserlinie begutachtet. Dabei wurden keine weiteren Schäden entdeckt. Die Kiesladung des Schiffes soll nun gelöscht und abtransportiert werden. Erst danach kann das Schiff ins Trockendock geschleppt werden. Über die Schadenshöhe und die Unfallursache konnte die Reederei noch keine Angaben machen. Laut Wasserschutzpolizei Bremerhaven hat die Auswertung der Radarbilder die bisherigen Annahmen bestätigt. Demnach ist die "Splittnes" auf den vor ihr laufden Containerfrachter "MOL Efficiency" aufgefahren. Der Containerfrachter war von der Nordsee aufkommend in den westlichen Teil des Wendebeckens eingelaufen und verharrte dort wegen dem Entgegenkommer. Zum Anlegemanöver waren jeweils vorn und achtern je ein Kotug-Schlepper festgemacht. Nach Erreichen des Wendebeckens musste der Verband vor dem Drehmanöver querab der Stromkaje mit dem Bug weseraufwärts warten, um ein Schiff im Gegenverkehr passieren zu lassen. Dabei wurde der Frachter von der ebenfalls Weser aufwärts laufenden "Splittnes" Backbord achtern getroffen. Eventuell haben die Strömungsverhältnisse, es herrschte auflaufendes Wasser mit einem in Bremerhaven um 22.30 Uhr erwarteten Hochwasser neben der schlechten Sicht eine Rolle gespielt war. Die Absprache der beiden Unfallgegner war, dass der Containerfrachter von den beiden Schleppern im Westen gehalten werden und mit dem Drehmanöver warten sollte, damit die "Splittnes" ihre Fahrt nicht nennenswert reduzieren musste und im Osten mit dem Strom passieren sollte. Der Bulker hatte die Fahrt zunächst auf knapp vier Knoten reduziert, dann eine Kursänderung nach Steuerbord vorgenommen und dann wieder auf sieben Knoten beschleunigt, bevor es zur Kollision kam


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